Bekommt ein Hochzeitsfotograf eine Vorauszahlung oder Anzahlung?

 

Im Rahmen meiner stetigen Internetrecherche, aber auch in eigenen Gesprächen, stoße ich gelegentlich auf die Frage, ob und in welcher Höhe eine Vorauszahlung oder Anzahlung in der Hochzeitsfotografie üblich ist. Manchen Kunden stellt sich die Frage: Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich dem Hochzeitsfotografen Geld überweise, bevor er überhaupt eine Leistung erbracht hat? Dieser Artikel soll ein bisschen Klarheit in dieser Sache vermitteln.

 

Ist eine Anzahlung ein Risiko?

Für Sie als Kunden ist es vielleicht irgendwie unangenehm, wenn Sie vor der Leistungserbringung bereits Geld überweisen sollen. Natürlich bleibt für Sie das (wenn auch geringe) Restrisiko bestehen, dass die am Ende erbrachte Leistung irgendwie nicht stimmt, oder der Fotograf im schlimmsten Fall gar nicht zu Ihrer Hochzeit erscheint. Auch wenn es nicht in meinen Kopf geht, wie so etwas passieren kann, aber auch von diesen Fällen habe ich schon einige Male gehört. Wenn nun also Geld im Voraus überwiesen werden soll, so ist das natürlich für jeden Kunden immer ein Risiko, zumindest ein gefühltes.

Ich möchte hier einmal die Seite des Hochzeitsfotografen verdeutlichen, denn wir gehen mit jedem Auftrag auch ein Risiko ein. (Ich erlaube mir hier mal, stellvertretend auch für alle anderen professionellen Hochzeitsfotografen zu schreiben.)

 

Auch der Fotograf für die Hochzeit trägt ein Risiko

Wenn Sie mir einen Auftrag erteilen, dann blocke ich in meinem Terminkalender diesen Tag für Sie. Nur für Sie. Wenn ich Ihnen meine Terminzusage erteile, dann heißt das aber auch, dass ich allen anderen Hochzeitspaaren, die für Ihren Tag anfragen, absagen werde. Wenn ich nun weitere Anfragen sausen lasse, Sie mir Ihre Zusage aber nachträglich wieder entziehen, entsteht mir ein erheblicher Schaden - schlimmstenfalls stehe ich ohne Auftrag da und verdiene für diesen Tag kein Geld. Das ist höchst ärgerlich, und auch ich habe diese Erfahrung leider schon gemacht. Das war für mich vor einigen Jahren übrigens der Anlass, auch Storno-Regelungen in meine AGB'S aufzunehmen.

Abgesehen davon sind bei einer Terminzusage noch einige organisatorische Aufgaben nötig (was natürlich von Fotograf zu Fotograf verschieden ist):

  • Eintragen des Termins in den Kalender
  • Einpflegen des Termins in die Auftrags-Organisation
  • Schreiben eines Auftragsblattes
  • Schreiben einer Rechnung
  • Korrespondenz mit dem Hochzeitspaar
  • Absprachen mit der Location
  • Absprachen mit Trauzeugen und anderen Beteiligten
  • Organisation vereinbarter Zusatzleistungen
  • Verpflichtung von Assistenten (je nach Auftrag)
  • Prüfen des Zahlungseinganges
  • ggf. weitere Aufgaben

Nach einer Zusage Ihrerseits habe ich erst einmal mindestens ca. 30-40 Minuten Arbeit. Wenn Sie mir diese Zusage danach wieder entziehen, war diese Zeit umsonst, auch wenn ich für Ihren Tag vielleicht einen anderen Auftrag bekomme.

Alles in allem lässt sich also feststellen, dass mir als Hochzeitsfotograf ebenso ein Risiko entsteht. Ich liebe meine Arbeit sehr. Aber die Hochzeitsfotografie ist nicht nur Erfüllung, sondern auch Beruf. Als professioneller Hochzeitsfotograf habe ich auch Ausgaben, für die Geld reinkommen muss:

  • Professionelles Equipment (Anschaffung, Pflege, Erneuerung)
  • Bürokosten, Materialkosten
  • professionelle Software
  • Werbekosten
  • Weiterbildungskosten
  • ggf. Assistenten-Honorare
  • Spesen
  • sonstige Betriebsausgaben
  • nicht zu vergessen: Der Lebensunterhalt

Wenn es zu Honorarausfällen kommt, so ist das ein Schaden, der schmerzen kann!

 

Bei mir ist Ihr Risiko extrem gering

Ich persönlich versichere Ihnen höchste Zuverlässigkeit! Meine Outlook-Datendatei ist tagesaktuell 3-fach gesichert, auf meinem Handy, einer externen Sicherungs-Festplatte und zusätzlich sogar im Outlook meiner Partnerin, der ich meine Termine natürlich zur Synchronisation schicke. Das heißt, von meinem Terminkalender existieren 3 Kopien. Zusätzlich hefte ich alle Auftragsblätter in Papierform in einem echten Ordner ab, bin also selbst bei einem Totalausfall sämtlicher Technik noch Herr der Lage. Dass ich einen Termin versäume, sehe ich also als ausgeschlossen an. Wie das überhaupt passieren kann, ist mir wahrlich ein Rätsel.

Ich arbeite mit professionellem Equipment, blicke auf 7 Jahre Erfahrung zurück, arbeite sehr professionell, höflich, dezent und stets wachsam. Dass ich also Ihre Hochzeitsfotos in irgendeiner Form "vergeige" halte ich für sehr unwahrscheinlich. Selbst Stau auf der Autobahn beunruhigt mich nicht, denn ich fahre stets extrem früh los und bin in der Regel mehrere Stunden vor meinem Einsatz vor Ort (je nach Entfernung sogar am Abend des Vortages!) Weiter habe ich eine absolut stabile Gesundheit. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich wegen Krankheit nicht zu einer Hochzeit erscheinen konnte.

Auch die Details (also Datum, Uhrzeiten, Anschrift der Kirche, des Standesamtes, der Location, etc.) werden alle explizit in einem Auftragsblatt schriftlich festgehalten. Ich gehe hier besonders sorgfältig vor, damit ich stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin.

Was kann also passieren? Ich kann auf dem Weg zu Ihrer Hochzeit einen Unfall haben. Höhere Gewalt kann uns einen Strich durch die Rechnung machen...

Das Risiko, dass ich als Hochzeitsfotograf meine Leistung nicht erbringen kann, ist also sehr gering. Das Risiko, dass Sie mir zwischenzeitlich wieder absagen, ist aus meiner Sicht sogar höher, auch wenn ich Ihnen dies persönlich natürlich nicht unterstellen kann und möchte - die Erfahrung zeigt nur leider sehr deutlich, dass eine mündliche Zusage oder per Email alleine nicht sehr verlässlich ist.

 

Anzahlung leisten - oder nicht?

Sie werden also erkennen: Beide Seiten tragen ein Risiko. Sie wollen eine verbindliche Zusage von mir, ich brauche eine von Ihnen. Und eine solche erkenne ich nicht nur daran, dass Sie mir das Auftragsblatt unterschreiben, sondern eben an der Anzahlung. Denn diese ist das deutliche Zeichen Ihrerseits, dass Sie es ernst meinen. Und da wir uns beide absichern wollen, lege ich grundsätzlich die faire Hälfte, also 50 Prozent, als Betrag zugrunde. Dies ist fair. Die Höhe der Anzahlung ist zwar von Fotograf zu Fotograf verschieden, sollte aber kein Entscheidungsgrund sein, denn: Sie meinen es ja ernst mit Ihrer Zusage.

 

Eine Anzahlung ist absolut üblich

Es gibt einige wenige Anbieter, die damit werben, dass sie keine Anzahlung nehmen. Aber ebenso wie bei den Hochzeits-Locations und weiteren Dienstleistern ist in der Hochzeitsfotografie eine Anzahlung absolut üblich.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel ein wenig dazu beitragen, das leidige Thema Anzahlung aus Sicht der Hochzeitsfotografen zu verdeutlichen, bzw. Ihnen diesbezüglich die Sorgen zu nehmen, dass Sie hier ein unübliches Risiko eingehen...

 

Für weitere Fragen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

Herzliche Grüße, Ted Hartwig

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